Japans lange verzögertes Maglev-Projekt Chuo Shinkansen hat in der Präfektur Shizuoka eine wichtige politische und umweltrechtliche Hürde genommen – genau jener Abschnitt, der die Strecke Tokyo–Nagoya bisher ausgebremst hatte.
Am 7. Juli 2026 teilte Shizuokas Gouverneur Yasutomo Suzuki dem Präfekturparlament mit, dass die Präfektur eine Vereinbarung zum Schutz der natürlichen Umwelt mit der Central Japan Railway Company, besser bekannt als JR Central, abschließen werde. Nach Angaben der offiziellen Unterlagen der Präfektur soll die Vereinbarung am 18. Juli unterzeichnet werden, nachdem die nationale Regierung, JR Central, die Kommunen im Einzugsgebiet des Oi River, die Stadt Shizuoka, Wassernutzungsgruppen und weitere Beteiligte informiert wurden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass bald ein neuer Zugdienst startet. Für Reisende, die jetzt Japan-Touren planen, bleibt die praktische Verbindung zwischen Tokyo, Nagoya, Kyoto und Osaka der Tokaido Shinkansen. Shizokas Entscheidung führt nicht unmittelbar zu Änderungen bei Tickets, Fahrplänen oder Stationen.
Eine künftige Strecke, kein Reiseangebot für die nahe Zukunft
Der Chuo Shinkansen ist JR Centrals geplante supraleitende Maglev-Strecke zwischen dem Shinagawa-Gebiet in Tokyo und Nagoya, mit einer späteren Verlängerung in Richtung Osaka. Nach den offiziellen Projektangaben von JR Central umfasst der Abschnitt Shinagawa–Nagoya 285,6 Kilometer, mit geplanten Stationen in Shinagawa, der Präfektur Kanagawa, der Präfektur Yamanashi, der Präfektur Nagano, der Präfektur Gifu und Nagoya.
JR Central sagt, dass der Maglev für eine Geschwindigkeit von 500 km/h ausgelegt ist. Die offiziellen Projektunterlagen nennen als Ziel rund 40 Minuten für die Strecke zwischen Shinagawa und Nagoya sowie rund 67 Minuten zwischen Shinagawa und Osaka, sobald die gesamte Route fertiggestellt ist. Das würde die Mobilität zwischen Japans wichtigsten Ballungsräumen spürbar verändern, vor allem für Reisen, die Tokyo, Nagoya, Kansai und Zentraljapan verbinden.
Diese Zeiten liegen weiterhin in der Zukunft. Das ursprüngliche Ziel für die Eröffnung des Abschnitts Shinagawa–Nagoya im Jahr 2027 ist nicht mehr erreichbar, und der Tunnelabschnitt in Shizuoka war der entscheidende Engpass. Die Japan Times, die Quelle für das nun genehmigte Thema, berichtete, dass JR Central noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten in Shizuoka beginnen und den Abschnitt Tokyo–Nagoya frühestens 2036 fertigstellen will. Diese Angabe für 2036 sollte als aktuell berichtete Schätzung und nicht als buchbares Eröffnungsdatum verstanden werden.
Warum Shizuoka das Projekt ausgebremst hatte
Der Streit drehte sich um den Tunnelabschnitt durch die Südalpen, der unter dem Norden Shizuokas und dem Oberlauf des Oi River verläuft. Shizuoka hatte Bedenken wegen Wasserressourcen, Tunnelquellwasser, Aushubmaterial und den Auswirkungen auf die Artenvielfalt in der Bergregion geäußert.
In seiner Erklärung vom 7. Juli sagte Shizuoka, JR Central habe vom 26. Mai bis zum 22. Juni 22 Informationsveranstaltungen vor Ort abgehalten und das Verständnis unter Anwohnern und betroffenen Organisationen habe sich verbessert, obwohl einige Bedenken bestehen blieben. Die Präfektur sagte außerdem, dass Anträge und Abstimmungen im Zusammenhang mit Gesetzen, darunter dem Flussgesetz und Vorschriften zur Böschungsregelung, nun den für die Umweltvereinbarung nötigen Stand erreicht hätten.
Die Vereinbarung soll eine fortlaufende Überwachung während und nach der Bauphase umfassen. Shizuokas offizielle Erklärung sagt, dass bei unerwarteten Problemen die Arbeiten bei Bedarf vorübergehend gestoppt werden können, während Ursachen und Gegenmaßnahmen geprüft werden. Die Präfektur plant zudem eine Überwachungsstruktur in Abstimmung zwischen lokalen Stellen, der nationalen Regierung und JR Central.
Mögliche Folgen für Reisen später
Für Besucher ist der langfristige Verkehrseffekt wichtiger als die Bauentscheidung selbst. Eine fertiggestellte Maglev-Strecke würde eine zweite Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Japans größten urbanen Regionen schaffen und könnte die Reisezeit zwischen Tokyo und Nagoya deutlich verkürzen. JR Central sagt außerdem, dass ein Teil der Nozomi-Fahrgäste auf den Chuo Shinkansen wechseln könnte und dadurch auf der bestehenden Tokaido Shinkansen mehr Hikari- und Kodama-Verbindungen Platz entstünde, was die Anbindung der Städte entlang der heutigen Strecke potenziell verbessern würde.
Bis Eröffnungsdaten, Tarife, Details zum Bahnhofszugang und der Betriebsablauf feststehen, sollten Reisende weiter mit dem aktuellen Tokaido-Shinkansen-Netz planen. Die Entscheidung in Shizuoka ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt, verschiebt aber eher die Erwartungen für die Zukunft als die Reiserouten von heute.
Primärquellen
Häufige Fragen
Nein. Der Chuo Shinkansen befindet sich weiterhin im Bau und steht Fahrgästen noch nicht zur Verfügung. Reisende zwischen Tokyo, Nagoya, Kyoto und Osaka sollten weiter den Tokaido Shinkansen oder Inlandsflüge nutzen.
Es gibt kein buchbares Eröffnungsdatum. Das ursprüngliche Ziel 2027 ist nicht mehr erreichbar. Die Japan Times berichtete, dass der Abschnitt Tokyo–Nagoya frühestens 2036 fertig werden könnte, wenn die Arbeiten in Shizuoka noch in diesem Jahr beginnen.
Shizuokas Gouverneur sagte, die Präfektur werde am 18. Juli 2026 eine Vereinbarung zum Schutz der natürlichen Umwelt mit JR Central unterzeichnen. Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt hin zu den Hauptbauarbeiten im Abschnitt Shizuoka, vorbehaltlich der weiteren rechtlichen Verfahren und der Überwachung.
